Hier die 12 Thesen für ein Studium der Zukunft, beschlossen vom Bundeskongress der JuSo-Hochschulgruppen und von uns unterstützt.

These 1: Kritische Wissenschaft wird durch die Autonomie von den Hochschulen

und ihren AkteurInnen gewährleistet. Sie ist eingebettet in demokratisch

organisierte Hochschulen und lebt vom Austausch mit und

der Verankerung in die Gesellschaft.

 

These 2: Eine demokratische Hochschule gibt allen ihren Mitgliedern die

gleichen Rechte auf Teilhabe und Mitbestimmung. Die Ausrichtung von

Wissenschaft und Hochschule ist eine politische Auseinandersetzung. Homogene

Interessen bei den Statusgruppen vorauszusetzen, wird dem nicht

gerecht. Es gibt daher keine Trennung in verschiedene Statusgruppen.

 

These 3: Hochschulen sind nicht nur Orte des Lernens und der Wissenschaft,

sondern Lebensraum für alle Mitglieder.

 

These 4: Eine soziale Hochschule ist offen für alle Menschen. Sie berücksichtigt

die Biografien ihrer Mitglieder, indem sie Studium und wissenschaftliche

Betätigung mit unterschiedlichen Lebenslagen vereinbar

macht. Mitglied einer Hochschule ist, wer sich dazu entscheidet.

 

These 5: Studierende gestalten ihr Studium selbst und planen es mit selbst

gewählten Schwerpunkten und Lerninhalten. Zu Studienbeginn werden

grundlegende Fähigkeiten vermittelt, um alle Studierenden zur freien Studiengestaltung

zu befähigen. Sie bekommen dabei Beratungs- und Unterstützungsangebote.

Eine Einteilung in feste Studiengänge findet nicht statt.

 

These 6: Studium ist nicht auf einen bestimmten Lebensabschnitt oder

einen festgelegten Ort begrenzt. Studium ist ein andauernder Prozess,

der mit allen Lebensentwürfen und –biografien vereinbar ist.

 

These 7: Studium befähigt zur kritischen Reflexion und vermittelt berufspraktische

Kompetenzen. Akademische und berufliche Bildung vermitteln

verschiedenartige aber gleichwertige Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die

Durchlässigkeit aller Bildungsbereiche ist gewährleistet.

 

These 8: Studium ist sowohl persönlicher Mehrwert und Bildung des

Individuums wie es gesellschaftlichen Fortschritt bedeutet. Im Vordergrund

steht dabei die Befähigung zur kritischen Analyse und Weiterentwicklung

gesellschaftlicher Lebens-, Arbeits- und Produktionsweisen.

 

These 9: Dozierende und Studierende begegnen sich auf Augenhöhe,

wobei beide Gruppen sowohl die Rolle der Lehrenden als auch die der

Lernenden übernehmen.

 

These 10: Forschung und Lehre bilden eine Einheit. Sie befruchten, ergänzen

und beeinflussen einander wechselseitig.

 

These 11: Die studierendenzentrierte Lehre im Studium ist methodisch

abwechslungsreich, ihr Schwerpunkt liegt im problemorientierten Lernen,

das vor allem in transdisziplinären Projekten stattfindet.

 

These 12: Wissenschaftliche Qualifizierung kann nicht abgeprüft werden,

sondern bietet Gelegenheit eine Fragestellung aus unterschiedlichen

Perspektiven zu problematisieren und Lösungsansätze zu entwickeln.

Da Noten dieser Sichtweise nicht gerecht werden, erhalten stattdessen

sowohl Studierende als auch Dozierende individuelle Rückmeldungen zu

ihrer Entwicklung.